Expanding Time und 13 visions
Januar 24, 2026 @ 19:30 - 21:30
Mittelalterliche Gesänge, Sufi-Klänge, Steinharfen, Sema (Derwisch-Drehtanz) und eine Wasserperformance werden kombiniert mit einer zeitgenössischen Interpretation von Hildegard von Bingens Musikwerken.
Im ersten Teil kommt es zu 13 visions von Clara Levy
Clara Lévy ist eine in Brüssel lebende französische Geigerin und Komponistin.
Ihre aktuellen musikalischen Projekte sind inspiriert von Erosion, Langsamkeit, dem Mikroskopischen und einem fiktiven Mittelalter.
Neben ihren eigenen Projekten arbeitet sie regelmäßig mit europäischen Ensembles wie ONCEIM (Paris), Ictus (Brüssel), Hanatsu Miroir (Straßburg) und auch eng mit verschiedenen Musikern zusammen wie Alexis Degrenier, Stéphane Clor, Victor Guaita Igual, Clara de Asis, Eva-Maria Houben…
Ihr Projekt “13 visions” ist die imaginäre Begegnung der zwei Komponistinnen Hildegard von Bingen und Pauline Oliveros, deren musikalische Ästhetik trotz der Jahrhunderte, die sie trennen, viele gemeinsame Züge aufweist. Ihre jeweiligen Visionen werden in einem Zyklus von dreizehn Stücken für Violine solo gegenübergestellt. Irgendwo zwischen Komposition, Arrangement und Zitat ist der Ausgangspunkt dieses Projekts die Textpartitur “13 changes” von Pauline Oliveros. Sie besteht aus dreizehn poetischen Anweisungen, die von irdischen oder kosmischen Ereignissen inspiriert sind. Das Stück 13 visions bewahrt die von Pauline Oliveros beabsichtigte Struktur. Ihre Anweisungen bestimmen das Klanguniversum jedes Stückes durch verschiedene Spieltechniken und Vorbereitungen für das Instrument.
Die Lieder der Hildegard von Bingen erscheinen “im Schatten”: Die Violine spielt die Rolle des
Borduns und schlägt eine nüchterne Harmonisierung der ausgewählten Melodien vor.
https://clara-levy.com
Im zweiten Teil kommt es zu EXPANDING TIME – Liebe, bevor du liebst
Gregorianische Gesänge des Mittelalters nach Texten des Alten und Neuen Testaments verweben sich mit über 1000 Jahre alter Sufi-Lyrik auf Arabisch, den sphärischen Klängen von kaum bekannten Steinharfen und den erdigen Tönen einer Bassflöte. Der sehnsuchstvolle Hauch der Schilfrohrflöte Ney und orientalische Ornamente der arabischen Laute Oud begleiten Sema, den mystischen Tanz sich drehender Derwische. Eine innige Performance macht die Kostbarkeit von Wasser erfahrbar.
Im Zentrum steht die Liebe zur Schöpfung als gemeinsame Aufgabe und geistige Verbindung aller spirituellen Wege. Dabei richtet sich der besondere Blick auf die historische Bedeutung von Frauen.
Die bedeutenden Mystikerinnen Rabi’a von Basra (9. Jh.) und Hildegard von Bingen (12. Jh.) treten mit ihren Texten und Kompositionen in Beziehung: zwei große Frauen in einem Dialog, der Zeit und Raum überschreitet.
Ausführende
Sänger des Berliner Vokalensembles VOX NOSTRA:
Werner Blau (Bass), Philipp Cieslewicz (Altus) und Burkard Wehner (Tenor und musikalische Leitung des Vokalensembles)
und
Rasha Ragab (Rezitation und Wasserperformance)
Normisa Pereira da Silva (Bassflöte und Shruti-Box)
Christoph Nicolaus (Steinharfen)
Herbert Ekrem Walter (Ney und Oud)
Claire Fontanille (Sema – Derwisch-Drehtanz)