ÜBER EXPANDING TIME

Rasha Ragab, Winnie Brückner, Burkard Wehner, Werner Blau, Normisa Pereira da Silva, Christoph Nicolaus

INHALTLICH

Im Judentum, dem Christentum und im Islam gab es Mystiker, die ihre Liebe zum Göttlichen, zum Schöpfer in erotisch anmutenden Texten ausdrückten. Bekannt hierfür sind die Sufis Rumi und Hafiz sowie der Karmeliter Johannes vom Kreuz. Leider weniger bekannt, jedoch mindestens ebenso bedeutsam sind Rabi’a al-‘Adawiyya (717 – 801) und Hildegard von Bingen (1098 – 1179).

Rabi’a al-‘Adawiyya, oder auch Rabi’a von Basra, war eine der frühesten und bis heute wichtigsten Sufimystikerinnen, die ihre Liebe in vielen Gedichten und Texten besang.

300 Jahre danach lebte Hildegard von Bingen. Sie gilt als die erste Vertreterin der deutschen Mystik des Mittelalters. Später folgten Mechthild von Magdeburg, Mechthild von Hackeborn, Gertrud von Helfta, Teresa von Avila u.a. mit ihren minniglichen Dichtungen.

Burkard Wehner singt gregorianische Gesänge und spielt Shrutibox im Konzert in einer christlichen Kirche

Burkard Wehner

künstlerischer Leiter des Berliner Vokalensembles Vox Nostra. Nach dem Theologie- und Germanistikstudium absolvierte er das Spezialstudium „Vokalmusik des Mittelalters und der Renaissance“ in Holland. Er singt gregorianische Melodien und andere Kompositionen des Mittelalters aus Originalhandschriften des 10. bis 13. Jahrhunderts.

Rasha Ragab expanding time

Rasha Ragab

Die nubisch-ägyptische, in München lebende Performancekünstlerin Rasha Ragab studierte in Kairo Jura und Kunstwissenschaften. Sie ist tätig in Malei, Grafik, Performance- und Videokunst, Fotografie, Rezitation/ Sprechgesang und Musik. Seit 1998 arbeitet sie auch als Kuartorin, u.a. im Museum of Modern Art Cairo. Sie beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Sufi-Mystik. Seit 2012 arbeitet sie mit Christoph Nicolaus als Künstlerpaar zusammen.

GESTALTLICH

inspirieren das Ensemble frei fließende Formen, wie die Kompositionen Hildegards, die klösterlichen Psalmgesänge, das Hohelied der Liebe, die poetische Kraft der Sufigedichte, der aussergewöhnlich sphärische Klang der Steinharfe und der anderen Insstrumente, der Sema, die Wasserperformance sowie die Unendlichkeit.
Der menschliche Atem ist das Zeitmass für Artikulation und Ausdrucksweise. Bewegungen und ortsspezifische Positionierungen im Raum geben dem Ort selbst seine eigene Stimme.
Das Programm für jede Konzertperformance wird entsprechend den Raumdimensionen, den Licht- und Akustikeigenschaften des Ortes sowie seiner einzigartigen Atmosphäre und Geschichte erstellt.
Durch die Beteiligten und das Programm ergibt sich eine Verbindung über Jahrhunderte hinweg zwischen Afrika, Amerika, dem Arabischen Raum, Asien und Europa.
 

KLANGLICH

zeichnet sich die Aufführung durch große Innerlichkeit und meditative Stille aus. Die Elemente der Konzertperformance wechseln sich ab und bilden eine Einheit in einer kontemplativen Atmosphäre. Je nach Projekt werden Gastkünstler einbezogen.
 Die Elemente der Konzertperformance wechseln sich ab und bilden eine Einheit in einer kontemplativen Atmosphäre. Je nach Projekt werden Gastkünstler einbezogen.
 
AUSFÜHRENDE
Sänger des Berliner Vokalensembles VOX NOSTRA Burkard Wehner (Tenor und musikalischer Leiter des Ensembles VOX NOSTRA) Werner Blau (Bass) Philipp Cieslewicz (alto) and others. Depending on the programme, the cast varies from 1 to 5 singers
 
und
Rasha Ragab (Rezitation und Wasserperformance)
Normisa Pereira da Silva (Bassflöte und Shrutibox) Christoph Nicolaus (Steinharfe und Sema/ Derwisch-Drehtanz)
Herbert Ekrem Walter (Ney und Oud)
Normisa Expanding Time

Normisa Pereira da Silva

Die aus Brasilien stammende Flötistin Normisa Pereira da Silva lebt seit vielen Jahren in Berlin. Neben ihrer Arbeit mit Neuer Musik - Schwerpunkt Stille und die Grenzen des Hörbaren - beschäftigt sie sich seit einigen Jahren mit geistlicher Musik des Mittelalters in originaler Neumen-Notation und deren Umsetzung für C-, Altund Bassflöte.

Christoph Nicolaus Expanding Time

Christoph Nicolaus

Er ist Bildender Künstler, Musiker sowie Organisator und Veranstalter verschiedener Kunstereignisse, u.a. von „Kunst im Bau“ und „Klang im Dach“ (früher „Klang im Turm“). Seit 2012 arbeitet er mit Rasha Ragab als Künstlerpaar zusammen.

Steinharfen sind bisher noch wenig bekannte Instrumente. Steinblöcke, die auf spezielle Weise eingesägt sind, werden mit nassen Händen zum Klingen gebracht. Es entstehen auch körperlich stark wahrnehmbare, beinahe sphärische Klänge mit großem Obertonreichtum und sehr weitem Klangspektrum.

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